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Das Modell der SituationAls Situationsdynamik bezeichnet man zusammenfassend die Hintergrundtheorie hinter den angewandten beraterischen Arbeitsformen der Situationsdynamik. Das hier dargestellte Modell von "Situation" dient zum einen als strukturierende Grundlage für theoretische Ansätze, mit denen Situationsdynamiker arbeiten. Zum anderen ermöglicht dieses Modell ein strukturiertes und zugleich bewegliches praktisches Arbeiten in der jeweiligen Situation.
Einführung und ÜberblickDieses Situationsmodell entstand im Verlauf der kritischen End-60er- und 70er-Jahre durch die Arbeit mehrerer Vorläufergruppen, in denen sich Sozialwissenschaftler, Pädagogen, Psychotherapeuten, Psychologen und Organisationsberater auf selbstorganisierende Gruppenprozesse einließen.Damit begann eine experimentierende Praxis, in der die Idee der "Selbstorganisation sozialer Systeme" als die Alternative zu vertrauten hierarchischen Organisationsformen in jahrelangen Prozessen praktisch und theoretisch sehr gründlich erprobt wurde. Es ist charakteristisch für die Zeit dieser Vorläufergruppen, daß sie in alltäglich fortgesetzten kritisch lernenden und lehrenden
Suchbewegungen lebten und daß sich diese Suchbewegungen auf alle alltäglichen Lebenswelten erstreckten. Das bedeutete einen weitgespannten
Bogen von den beruflichen über die sogenannten "privaten" bis hin zu den fort- und weiterbildenden, kulturellen und politischen
Lebensbereichen.
So könnte man in Kürze die Basis beschreiben, die immer wieder zur Grundlage kritischer Fortsetzung eigener Lernprozesse wurde. Das führte unter anderem dazu, daß bereits die Mitglieder der Vorläufergruppen mit größerer Beweglichkeit und Wirkung auf gesellschafts- und bildungspolitische Kontroversen ihrer Zeit reagieren konnten - Kontroversen, mit denen sie auch in ihrem jeweiligen Alltag konfrontiert waren. Allerdings brachte die wachsende Öffentlichkeit dieser Arbeit zwangsläufig auch eine Annäherung und Anpassung an institutionalisierte Organisationsformen mit sich, die nicht von allen Vorläufergruppen akzeptiert werden konnte. So trennten sich einige der Wegbereiter von denjenigen, die 1985 die DGSD e.V. (Deutsche Gesellschaft für Situationsdynamik e.V.) gründeten, um einer breiteren Öffentlichkeit das Arbeiten mit der Idee von Situationsdynamik zugänglich zu machen. (s. hierzu auch den Text
"Zur Geschichte der Situationsdynamik") Bereits diese wenigen einleitenden Sätze machen deutlich, daß die Beschreibung von Situationsdynamik nur unter Zuhilfenahme mehrerer
Betrachtungsebenen möglich ist.
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